Dienstag, 14.03.17

Erzählzeit ohne Grenzen vom 31.03.-09.04.2017

Ganz ohne das gewohnte thematische Motto geht die achte „Erzählzeit ohne Grenzen“ Singen-Schaffhausen am 31. März 2017 an den Start.

Erneut aber verspricht das deutsch-schweizerische Literaturfestival spannende Begegnungen an außergewöhnlichen Leseorten in der Region zwischen Bodensee und Rheinfall. Die „Erzählzeit ohne Grenzen“ 2017 bietet einen Überblick über herausragende Neuerscheinungen und mehr noch das persönliche Erleben der Autorinnen und Autoren. Dies ist der alles verbindende Leitgedanke des Festivals. Über 30 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Österreich präsentieren ihre neuen Romane bei Lesungen in 39 Städten und Gemeinden. Ihre Geschichten spannen den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart mit wenigen Abstechern in frühere Jahrhunderte.
 
Die Gemeinde Hilzingen wird ebenfalls wieder an der Erzählzeit teilnehmen. Die Lesung in Hilzingen findet am Montag, 3. April, um 19.30 Uhr im August-Dietrich-Saal statt. Dort liest die Autorin Katja Lange-Müller aus ihrem Roman "Drehtür" eine Geschichte der Rückkehr und des Innehaltens.
 
Asta Arnold ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchener Flughafen gestrandet und zieht dort eine Art Lebensbilanz. Von den Kollegen weggemobbt aus der Klinik in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie wollte eigentlich gar nicht zurück. Aber weil sich ihre Fehlleistungen häuften, bekam sie ein One-Way-Ticket geschenkt. Nun weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung - und meint, Menschen wiederzuerkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist. Mit jeder Zigarette taucht die Erzählerin tiefer in ihre Vergangenheit ein - und mit jeder Episode aus ihrem Leben variiert sie ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken in all seinen Facetten, den dunklen wie den hellen. Ein Buch, das nicht besser in diese Zeit passen könnte.
 
Katja Lange-Müller wurde 1951 in Ostberlin geboren. Sie lernte Schriftsetzer, arbeitete später als Hilfspflegerin auf psychiatrischen Stationen, lebte ein Jahr in der Mongolei und verließ die DDR 1984, fünf Jahre vor dem Mauerfall. Sie schreibt Romane, Erzählungen und Theaterstücke und wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, zuletzt 2013 den Kleist-Preis.
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