Donnerstag, 07.03.19

Rathaus in Narrenhand

Die Narrenbändel flatterten zwar im Wind, aber die Sonne geizte nicht an diesem Schmutzigen Dunnsschtig in Hilzingen, wo sich zahlreiche Närrinnen und Narren vor dem Rathaus einfanden, um bei der traditionellen Rathausstürmung dabei zu sein.

Der Pfiffikus hatte allerhand zu monieren, verlas die launige Anklageschrift und untermauerte seine Argumente: "Ja so sann's die alten Rittersleut – it ganz so g'scheit – s'isch halt ä b'sonders raue Zeit."
Doch bevor der Rathausoberhaupt den Schlüssel hergab, machte er deutlich, dass er sein Ritterschloss nicht so schnell aufgeben wird. "Hier steh' ich als starker Ritter, im Gegenwind und trotze dem Gewitter. Doch ich kämpf' mit scharfem Schwert, des sind mir die Bürger wert", stellte er sich als Ritter Rupert tapfer dem Wortgefecht mit dem Narrenverein.
Der Schultes nerve, so die Meinung des Pfiffikus, mit dem Ortsverschönerungsplan und seinem Ortsverschönerungswahn. Aber auf dem neuen Dorfplatz sei ja nichts los. Doch Metzler konterte, er sei nach wie vor stolz auf seinen Dorfplatz und warte jetzt darauf, dass die Vereine "viele Feschter" auf die Beine stellen, damit der Platz belebt werden könne.
Der reichliche Kindersegen in der Gemeinde nahm der Pfiffikus zum Anlass sich zu beschweren, dass die Schlatter zwar ein geeignetes Plätzchen zur Kinderbetreuung hätten; nur in "Hilzingen haben wir den Salat – s'isch kein neuer Kindergarten parat." Rupert der Erste zitierte aus der Bibel, wo "Jesus hat g'seit: liebet einander – jeden Tag, itt blos heut" und dass in Hilzingen Kinder willkommen seien. Er riet allen Närrinnen und Narren: "Liebet einander und dond itt warten, denn krieged ihr bald au en Kindergarten."
Auf den Vorwurf, dass ein weiteres "Langzeitprojekt", nämlich der Brückenbau beim Bauhof nicht so recht vorwärtsgehe, verwies der Bürgermeister auf das Land, das hierfür zuständig sei: "Beschwered euch beim Kretschmann Winnie, denn kommt der vielleicht mit dem Fahrrad nach Hilzinge inni."
Dass Metzler auf das Gründerzentrum Hilzingen stolz sei, machten die Narren ihm ebenfalls zum Vorwurf, wo sie doch selber für ihren Verein ein Start-up brauchen könnten. Hierauf antwortete der Rathaus-Chef, dass in diesem Jahr die Kommunalwahlen anstehen und da lägen Listen aus, wo vielleicht Vereinsmitglieder zu finden seien: "Für ein Start-up in deinem Narrenverein, schau doch mal in die Wählerlisten rein."
Schlussendlich musste sich aber Rupert Metzler doch geschlagen geben und übergab den Schlüssel bis zum Aschermittwoch an die Närrinnen und Narren, die sogleich das Rathaus stürmten und die Macht lautstark übernahmen.
 
Bei strahlendem Sonnenschein ließen es sich zahlreiche Närrinnen und Narren nicht nehmen, bei der Rathausstürmung dabeizusein. Die Fasnet-Musik sorgte dabei für Stimmung auf dem Platz, so dass die Narrenschar kräftig mitklatschte und schunkelte.
 
Nach einem zünftigen Schlagabtausch zwischen "Ankläger" Pfiffikus und dem zu entmachtenden Rathausoberhaupt gab sich "Rupert der Erste" schließlich geschlagen und übergab dem Pfiffikus bis Aschermittwoch den Rathausschlüssel.
 

Eng und laut war es anschließend an die Machtübernahme, denn im Rathaus wurde noch kräftig weitergefeiert. Die Fasnet-Musik heizte dabei den zahlreichen Närrinnen und Narren ein, so dass die Stimmung famos war.
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